- Die Inlinersanierung ist eine grabenlose Sanierung: Ein harzgetränkter Gewebeschlauch wird in die defekte Rohrleitung eingebracht und härtet zur neuen Innenschicht aus – Rohr im Rohr.
- Keine Grabungsarbeiten, keine Stemmarbeiten – weder im Garten noch im Haus.
- Der Ablauf umfasst fünf Schritte: Reinigung, Kamerainspektion, Materialvorbereitung, Einbau mit Aushärtung, Abschlussprüfung.
- Haltbarkeit: 50 bis 70 Jahre. Das ausgehärtete Material ist korrosionsbeständig und chemisch resistent.
- Das Verfahren hat Grenzen: Bei stark kollabierten Rohren, Gegengefälle oder sehr kurzen Schadenstrecken ist es nicht die richtige Wahl.
- Kosten: abhängig von Rohrdurchmesser, Länge und Zugänglichkeit – in der Gesamtrechnung fast immer günstiger als die offene Bauweise.
Bei einem beschädigten Abwasserrohr denken viele sofort an Bagger, aufgebrochene Wände oder aufgegrabene Gärten. In vielen Fällen ist das nicht nötig. Die Inlinersanierung ist ein grabenloses Verfahren, das defekte Rohre und Leitungen von innen heraus saniert und wieder betriebsfähig macht – ohne Tiefbau, ohne wochenlange Baustelle. Wie das Verfahren funktioniert, was der Sanierungsablauf umfasst und wo die Grenzen liegen: Das lesen Sie hier.
Was ist eine Inlinersanierung?
Die Inlinersanierung – auch Schlauchlinersanierung oder Relining genannt – ist ein grabenloses Sanierungsverfahren für beschädigte Kanal- und Rohrleitungen. Dabei wird ein flexibler Schlauch aus Gewebematerial mit Harz getränkt und in das schadhafte Rohr eingebracht. Dort härtet das Harz aus und bildet eine neue, dichte Innenschicht – ein Rohr im Rohr, das Schäden dauerhaft schließt.
Weil der ausgehärtete Schlauch statisch selbsttragend ist, erreicht er eine Haltbarkeit von 50 bis 70 Jahren. Eingesetzt wird das Verfahren sowohl bei privaten Hausanschlüssen als auch bei der Inliner Kanalsanierung auf kommunalen Strecken – besonders wirtschaftlich überall dort, wo Grabungsarbeiten kaum möglich oder zu aufwendig sind.
Das Harz
Hochwertige Harzsysteme sind lösemittelfrei und schützen das Grundwasser vor Schadstoffen – besonders relevant, da Grundleitungen oft in der Nähe von Trinkwasserschutzzonen verlaufen.
Typische Einsatzbereiche
Ablauf einer Inlinersanierung: Schritt für Schritt
Zwischen dem ersten Beratungsgespräch und dem fertig sanierten Rohr liegen in der Regel ein bis zwei Arbeitstage – vorausgesetzt, die Leitung ist gut zugänglich. Weil das Verfahren klar strukturiert ist, lässt sich der Ablauf in fünf Schritte aufteilen.
Reinigung des Rohres
Zunächst muss das Rohr innen vollständig gereinigt sein, bevor der Schlauch eingebaut werden kann. Hochdruckwasser löst Ablagerungen, Fettschichten und Inkrustierungen von den Rohrwänden. Bei hartnäckigen Schäden kommt zusätzlich eine Kanalfräse zum Zug, da sie Rückstände mechanisch beseitigt und die Rohrwände gleichzeitig aufraut – sodass der Schlauch später dauerhaft haftet.
Kamerabefahrung und Schadensaufnahme
Im Anschluss folgt eine Kamerainspektion der gesamten Strecke. Die Kanal-TV-Untersuchung liefert das genaue Bild aller Schäden: wo sie sitzen, welcher Art sie sind und wie lang die Strecke ist. Außerdem werden Rohrverlauf und Innendurchmesser erfasst, weil diese Daten bestimmen, welcher Liner mit welcher Wandstärke und welchem Harzsystem geeignet ist.
Vorbereitung des Schlauchs
Passgenau auf Länge und Durchmesser zugeschnitten, wird der Gewebeschlauch – meist aus Nadelfilz oder Glasfaser – anschließend mit Harz getränkt. RKS setzt dabei auf das BRAWOLINER®-System: nahtlose Textilliner, die sich durch eine spezielle Schlingenkonstruktion auch an Bögen bis 90° anpassen. Je nach Sanierungsverfahren kommen Epoxidharz (Aushärtung durch Wärme oder Dampf) oder Vinylesterharz (Aushärtung durch UV-Licht) zum Einsatz.
Einbau und Aushärtung
Mittels Luft- oder Wasserdruck wird der harzgetränkte Liner über Schacht oder eine kleine Öffnung eingebracht, invertiert und legt sich blasenfrei an die Rohrwände an. Danach beginnt die gesteuerte Aushärtung durch Dampf, Warmwasser oder UV-Licht – sodass nach zwei bis acht Stunden ein neues, dichtes Rohr entsteht.
2–8 Stunden AushärtungszeitÖffnen der Zuläufe und Abschlussprüfung
Nach der Aushärtung werden seitliche Zuläufe mit einem ferngesteuerten Fräsroboter wieder geöffnet. Eine abschließende Kanal-TV-Untersuchung dokumentiert das Ergebnis, sodass das Protokoll als Nachweis gegenüber Versicherungen oder der Unteren Wasserbehörde genutzt werden kann – etwa im Rahmen der Dichtheitsprüfung.
Vorteile der Inlinersanierung
Kein Aufgraben, keine Stemmarbeiten – weder Garten noch Terrasse, weder Estrich noch Wände müssen geöffnet werden. Weil die Wiederherstellungsarbeiten entfallen, spart das erheblich Zeit und Geld gegenüber der offenen Bauweise. Dazu kommen weitere Vorteile:
Kurze Ausfallzeit
Meist ist das Rohr nach ein bis zwei Tagen wieder in Betrieb – während offene Kanalsanierungen mehrere Wochen dauern können.
Langlebigkeit
Weil der ausgehärtete Schlauch korrosionsbeständig ist, erreicht er eine Nutzungsdauer von 50 bis 70 Jahren.
Verbesserte Hydraulik
Die glattere Innenschicht reduziert Reibungsverluste, sodass die Durchflussleistung in vielen Fällen sogar steigt – trotz leicht reduziertem Innendurchmesser.
Einsatz in schwierigen Lagen
Selbst dort, wo Baggerarbeiten kaum möglich sind – unter Gebäuden, in Innenstadtlagen oder auf Gewerbegrundstücken.
Grundwasserschutz
Hochwertige Harzsysteme sind lösemittelfrei, weshalb keine Schadstoffe ins Erdreich gelangen können.
Keine Grabungsarbeiten
Garten, Terrasse, Estrich und Wände bleiben unangetastet – und damit auch die Folgekosten für Wiederherstellungsarbeiten aus.
Ehrliche Nachteile: Was das Verfahren nicht kann
Wer eine Inlinersanierung anfragen möchte, sollte wissen, dass das Verfahren klare Grenzen hat. Ein seriöser Fachbetrieb benennt diese Situationen offen – auch wenn das bedeutet, eine alternative Methode zu empfehlen.
Durchmesserreduzierung
Der eingebrachte Liner verkleinert den Innendurchmesser des Rohres um einige Millimeter, weil seine Wandstärke vom Schadensgrad abhängt. Bei Rohren mit ohnehin knappem Querschnitt kann das hydraulisch relevant sein – weshalb dieser Wert im Vorfeld berechnet werden muss. Bei gut dimensionierten Leitungen fällt der Verlust in der Praxis kaum ins Gewicht.
Nicht geeignet bei schweren Strukturschäden
Ist das Rohr bereits stark kollabiert oder die Statik der Leitung gefährdet, ist eine Inlinersanierung nicht mehr möglich – sodass nur die offene Bauweise bleibt. Deshalb ist eine Kamerainspektion im Vorfeld technische Voraussetzung, da ohne verlässliche Schadensaufnahme keine seriöse Entscheidung möglich ist.
Gegengefälle lässt sich nicht korrigieren
Ein bestehendes Gegengefälle – also ein Verlegefehler, bei dem Wasser in die falsche Richtung abläuft – wird durch diese Sanierung nicht behoben, weil der Liner die vorhandene Geometrie des Altrohres übernimmt. Wer ein Gegengefälle hat, braucht eine andere Lösung.
Unwirtschaftlich bei sehr kurzen Strecken
Betrifft der Schaden nur einen einzelnen Punkt, ist die Inlinersanierung oft überdimensioniert. Für punktuelle Risse oder lokale Undichtigkeiten gibt es deshalb wirtschaftlichere Verfahren: das Kurzliner-Verfahren oder Innenmanschetten, die gezielt an der Schadensstelle platziert werden.
Was kostet eine Inlinersanierung?
Pauschale Preise gibt es bei diesem Verfahren nicht, da Rohrdurchmesser, Länge der Strecke, Tiefe und Zugänglichkeit zu unterschiedlich sind. Als grobe Orientierung gilt: Für Hausanschlüsse mit DN 100 bis DN 150 und Längen zwischen 5 und 20 Metern liegen die Sanierungskosten erfahrungsgemäß im vierstelligen Bereich. Bei größeren Rohrnennweiten oder schwieriger Zugangssituation steigt der Aufwand entsprechend.
Kostenvergleich: grabenlos vs. offene Bauweise
| Kostenposition | Inlinersanierung | Offene Bauweise |
|---|---|---|
| Sanierungsarbeit | ✔ | ✔ |
| Erdaushub | – | ✔ |
| Bauschutt-Entsorgung | – | ✔ |
| Pflasterwiederherstellung | – | ✔ |
| Estricharbeiten | – | ✔ (bei Inhouse) |
| Ausfallzeit | 1–2 Tage | Mehrere Wochen |
Inlinersanierung
✔ Sanierungsarbeit
– Erdaushub
– Bauschutt
– Pflaster
– Estrich
⏱ 1–2 Tage
Offene Bauweise
✔ Sanierungsarbeit
✔ Erdaushub
✔ Bauschutt
✔ Pflaster
✔ Estrich
⏱ Mehrere Wochen
Weil Erdaushub, Entsorgung und Wiederherstellung entfallen, können die Gesamtkosten bei der grabenlosen Kanal- und Rohrsanierung deutlich niedriger liegen.
Vor jedem Einsatz steht bei RKS eine kostenlose Beratung und ein konkreter Kostenvoranschlag – sodass Sie vor Beginn der Sanierung wissen, womit Sie rechnen.
Wann Inlinersanierung, wann alternatives Verfahren?
Weil nicht jeder Rohrschaden für das Verfahren geeignet ist, hilft die folgende Übersicht bei der ersten Einschätzung:
Inlinersanierung geeignet
- Leitung weist Risse, Korrosion oder Wurzeleinwuchs auf, ist strukturell aber noch intakt
- Rohre schwer zugänglich oder tief verlegt
- Grabungsarbeiten nicht möglich – Innenstadt, Gewerbegrundstücke oder unter Gebäuden
- Längere Rohrstrecke ab ca. 3 Metern
Anderes Verfahren besser geeignet
- Rohr bereits stark kollabiert oder in Scherben
- Gegengefälle vorhanden, das baulich korrigiert werden muss
- Nur ein Punkt undicht – Kurzliner-Verfahren wirtschaftlicher
- Innendurchmesser für das Verfahren zu gering
Ob Ihre Rohrsituation und die vorliegenden Schäden für das Verfahren geeignet sind, lässt sich erst nach einer Kamerainspektion verlässlich beurteilen. RKS schaut sich das an – und sagt Ihnen ehrlich, was Sinn ergibt.
Inlinersanierung durch RKS – was das bedeutet
RKS Rohr und Kanal Technik GmbH führt Inlinersanierungen im Bergischen Land und Wuppertal durch – mit dem BRAWOLINER®-System, das alle vier Liner-Varianten abdeckt: vom Standardverfahren bei geraden Grundleitungen bis zur Sanierung komplexer Rohrsysteme mit Bögen und Dimensionswechseln.
Weil das vollständige Portfolio von der ersten Kanal-TV-Untersuchung bis zur abschließenden Dichtheitsprüfung reicht, erhalten Sie alles aus einer Hand.
Defektes Rohr? Wir schauen es uns an.
Kostenlose Beratung und konkreter Kostenvoranschlag – bevor irgendetwas in Rechnung gestellt wird. Weil eine fundierte Einschätzung der erste Schritt ist, schickt RKS keinen Techniker, ohne vorher den Sachverhalt geklärt zu haben.